das "Alte Thönihaus"

Das Haus zählte zu den größten alten Häusern in St. Anton am Arlberg. Der nördliche Teil des Hauses ist der ältere. Dieser Teil ist auf Grund gotischer Stilelemente wie das Holzportal, der Eselbrücken über Fenster und Türen und den Holzverbindungen in das späte Mittelalter zu datieren. Etwa um 1580 mag der südliche Teil des Hauses dazugebaut worden sein. Dieser Zubau wurde als Holzstrick ausgeführt. Durch diesen Anbau wurde dss Haus vom Seiten- zum Mittelflurhaus. Robert Matt hat zur Altersbestimmung des Bauholzes ein wissenschaftliches Gutachten anfertigen lassen, und so ist das Ständerbohlenhaus um 1465 erbaut worden. Damit fällt der Bau in eine Zeit, in der der Arlbergverkehr stark zurückgegangen ist.

Das Haus wurde nach mündlicher Überlieferung von Bergknappen genutzt und soll als Salzsäumerstation, als Zwischenlager für den Salztransport von Hall bei Innsbruck in den Bodenseeraum in Verwendung gestanden sein.


Die Händler hatten das Recht entlang der Salzstraße Zölle einzuheben und errichteten sogenannte "Pallhäuser". Das Thönihaus ist das letzte erhaltene Haus dieser Art, der vordere Teil und die Fassade stehen seit 1985 unter Denkmalschutz! Mit Ende des Salzführens ging es in bäuerlichen Besitz über und wurde seither von 3 Familien bewohnt.

Im Jahr 1984 wurde das alte Thönihaus zwischen den Besitzern neu aufgeteilt. Der große Stadel und die Ställe wurden im Mai 1987 niedergerissen, dort entstanden die Häuser von Mall Emil und Spiss Hannes. Der vordere Wohnteil des "Alten Thönihauses" wurde in die neue Bausubstanz eingebunden renoviert und den zeitlichen Wohnanforderungen angepasst. Im Jahr 1988 wurde das Dach neu beschindelt, und die nordseitige Fassade wurde 1989 mit dem alten Holz neu angebracht. Im Jahr 1997 wurde der Innenausbau fertig gestellt. Seither wird das Haus wieder bewohnt und dient heute als gemütliches Gästehaus in dem Tiroler Tradition und die Erfüllung moderner Ansprüche vereint wurden.